mir die Welt

In Bildbahnen aus Kleinbildfilmen wird die Gegend zwischen den U-Bahnstationen Thaliastraße und Josefstädter Straße abgebildet. Sie zeigen den Gürtel und seine Umgebung bei Tag und bei Nacht: eine Lichterkette im Gastgarten, einen Baum auf der inneren Gürtelseite, den Abendhimmel oder auch Langzeitbelichtungen des vorbeifließenden Verkehrs – die fotografische Betrachtungsweise ist eine höchst subjektive. Wann drücke ich auf den Auslöser? Welchem Moment messe ich die Bedeutsamkeit seiner Abbildung bei? Das Tempo einer umherspazierenden Fotografin ist direkt dem der pulsierenden Hauptverkehrsader entgegengesetzt. So lassen sich Augenblicke der Stille und Ruhe in diesem Durchzugsort finden.

Durch die belassene Perforierung am Rand, das Zeigen des Bildanfangs, ausreißende Flächen durch Öffnen der Rückwand der Kamera (ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir passiert das ständig) oder auch schwarze Flächen durch Nichtentfernen des Objektivdeckels (das passiert mir weniger oft) wird der Filmcharakter nochmals in den Mittelpunkt gerückt.  

11 C-Prints (jeweils 30 cm Breite, unterschiedliche Längen von bis zu 1,20 m), Installation mit Tapeziertisch, Leiter
(2017)

 „Ich mach mir die Welt widde widde wie sie mir gefällt.“ Pippi Langstrumpf